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Grossostheim (Unterfranken)

Brauerei Eder - 1779 bis 1998


63762 Grossostheim
 

 

 

1779   Die Brauerei Eder wird zum ersten Mal erwähnt. 
1872   Mit dem Erwerb der Brauerei und des angeschlossenen Großostheimer Gasthauses „Zum Ochsen” durch den Urgroßvater des heutigen Inhabers wurde der Grundstein zur erfolgreichen Firmengeschichte der Eder & Heylands Brauerei gelegt.
Zeitgleich erwarb übrigens Wilhelm Heyland eine 1792 gegründete Brauerei. 
1918   Oskar und Jakob Eder übernehmen in zweiter Generation die Geschicke der Brauerei. 
1947  Nach dem Zweiten Weltkrieg setzen Fritz und Oskar Eder (Jun.) als neue Geschäftsführer der dritten Generation den Erfolgsweg der Brauerei fort. 
1979  Erfolg bedeutet auch Wachstum: Die Großostheimer Schwanenbrauerei wird in das Unternehmen integriert. 
1983  Um die Markenvielfalt auszubauen, kommt die alteingesessene Aschaffenburger Bavaria-Brauerei unter das Eder-Dach.  
1985  Die vierte Führungsgeneration: Friedbert Eder und Eva Eder-Widmann gehen weiter auf Erfolgskurs. 
1991  Als weitere Brauerei schließt sich die Schlossbrauerei zu Thüngen der Eder Familienbrauerei an.  
1998  Die Eder Familienbrauerei und die Heylands Brauerei schließen sich zur Eder & Heylands Brauerei zusammen.  
1999  Die Brauerei Schlappeseppel, ein Tochterunternehmen der Eder & Heylands Brauerei, beginnt ihren Siegeszug mit der Einführung von Schlappeseppel Special in der klassischen Bügelverschlussflasche. 
2010  Die älteste Brauerei Miltenbergs, die Kalt-Loch-Bräu, stellt den Braubetrieb ein. Kalt-Loch Dunkel wird seither in der Eder & Heylands Brauerei gebraut.  

 


 

Schwanenbräu - 1792 bis 1978


63762 Grossostheim  

 

Gaststätte um 1900 

 

Es ist bekannt, dass in Großostheim schon im 17. Jahrhundert Brauereien existierten. Aber bis auf die Brauerei Schnatz erlebte keine von diesen das Jahr 1900. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden neue Brauereien gegründet. So hatte um 1792 der Jungmeister der Bender- und Brauerzunft Jakob Böffinger ein Anwesen erworben und darin eine Brauerei eingerichtet. 1804 erhielt er auch die Schildgerechtigkeit "Zum Schwanen".

Bereits 1818 verkaufte er sein Anwesen an einen Peter Anton Petermann, der es aber schon 1828 an den Bauernsohn Franz Christian Hock weiter veräußerte. Der gelernte Brauer Hock sammelte in der Fremde viel Erfahrung. Zuletzt war er Vorderbursche in der Brauerei Bauch in Würzburg. Seine Tatkraft und sein fachliches Können wirkten sich natürlich auf die Entwicklung der Brauerei sehr positiv aus. Durch Zukauf von Nachbargrundstücken war er in der Lage seinen Betrieb beträchtlich zu erweitern, was erhebliche Erhöhungen der Feuerversicherung in den Jahren 1842 und 1859 zur Folge hatte.

1869 übernahmen seine Söhne Franz und Heinrich die Brauerei und Wirtschaft und begannen sofort mit weiteren Modernisierungsmaßnahmen. So wurde u.a. ein neues Sudhaus gebaut und eine Dampfmaschine installiert. Franz Hock schied bereits 1881 aus dem Geschäft aus. 1900 bis 1902 wurden neue Lagerkeller errichtet und die maschinelle Kühlung eingeführt.
1919 übergab Heinrich Hock die Brauerei an seine beiden Söhne Franz und Josef. Im gleichen Jahr wurde die Brauerei des Adalbert Hock, das nachmalige Ratsstüberl, mit Gebäude und Kundschaft erworben. Die Brauerei wurde stillgelegt. Vor allem zwischen 1924 und 1930 wurde sehr viel in die Modernisierung des Betriebs investiert. In Mainz erwarb man 1927 das Brauhaus "zum Birnbaum", eine baugeschichtlich aber auch absatzmäßig sehr interessante Gaststätte. Jährlich wurden dort bis zu 3000 hl Schwanenbier verzapft. Leider wurde sie 1942 bei einem Bombenangriff total zerstört.

1932 starb Franz Hock an den Folgen der im Ersten Weltkrieg erlittenen Verwundungen. Josef Hock führte das Unternehmen unter dem Namen "Gebr. Hock, Schwanenbräu" alleine weiter. 1939 produzierte die Brauerei, der auch eine Mälzerei angegliedert war, etwa 10 000 hl Bier. Sie erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg eine stürmische Entwicklung. Vor der Einstellung des Braubetriebs 1978 wurde ein Jahresausstoß von 55 000 hl erreicht. Die Stilllegung erfolgte nach der vollständigen Übernahme durch die Brauerei Eder
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Brauerei Adalbert Hock - 1874 bis 1919

63762 Grossostheim

Das an der Bachstraße gegenüber dem ehemaligen alten Rathaus gelegene Anwesen war vermutlich schon vor 1800 mit einer Brauerei verbunden.

Im Jahre 1874 wird Christian Häfner als Inhaber genannt. Als er um 1880 nach Amerika auswanderte, erwarb Adalbert Hock aus Aschaffenburg die Wirtschaft samt Brauerei.

Unter seiner Geschäftsführung wurde der Betrieb modernisiert und das Absatzgebiet erweitert. Nach seinem Ableben im Jahre 1914 führte zunächst die Witwe den Betrieb weiter, bis 1919 das Anwesen mit der Brauereikundschaft durch Verkauf an die Schwanenbrauerei in Großostheim überging. Die Brauerei selbst wurde stillgelegt. Die Gastwirtschaft erwarb Jakob Daus und führte sie in Erinnerung an das früher benachbarte Rathaus unter dem Namen „Ratskeller“ weiter. Heute wird das Gasthaus von dem Sohn Oskar Daus mit seiner Frau Ingeborg bewirtschaftet.
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Brauerei Klug - 1814 bis 1991

63762 Grossostheim

Ursprünglich eine Weinwirtschaft, wurde dort schon zu Ende der Mainzer Zeit Bier gebraut. 1814, beim Übergang Großostheims an Bayern, war Jodokus Petermann als Nachfolger seines Vaters Albertus der Betriebsinhaber.

Es war offensichtlich ein Kleinbetrieb, also braute er wahrscheinlich nur für den eigenen Bedarf. Im Einwohnerverzeichnis von 1818 sind weder Gesellen noch Lehrlinge genannt.

Der Nachfolger Alois Petermann, Sohn des Jodokus, erweiterte den Betrieb. Er wurde im Jahre 1866, als die siegreichen Preußen 30.000 Maß Bier anforderten, neben dem Ochsenwirt zur Lieferung herangezogen.

Um 1870 stellte Petermann den Braubetrieb ein. Die Wiederinbetriebnahme durch Ernst Klug aus Mömlingen, der 1887 das Anwesen kaufte, war nur von kurzer Dauer. Sein jüngster Sohn gab in den Inflationsjahren das Bierbrauen wieder auf.

Erhalten geblieben sind noch die Betriebsgebäude der Brauerei Klug aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Grabenstraße. Unter dem Anwesen befinden sich noch große Gewölbekeller. Das Brauereigasthaus „Zum Goldenen Faß“ schloss 1991 seine Pforten.
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Brauerei Schnatz - 1794 bis 1931

63762 Grossostheim

Auf dem Haus Turmstraße 1 ruhte vermutlich schon im 17. Jahrhundert eine Brauereigerechtigkeit. Die Brauerei Schnatz war demnach eine der ältesten Braustätten in Großostheim.

Inhaber war bis 1794 Konrad Seitz, dann sein Schwiegersohn Johann Heinrich Hock. Bei den Kommissionsverhandlungen stellte die Gemeinde fest, dass die Genehmigung zum Bierbrauen etwa schon 100 Jahre mit dem Anwesen verbunden sei. Es ist also anzunehmen, dass dort ebenso lange Bier gebraut wurde.

Im Jahre 1814 ging das Anwesen durch Kauf auf Johann Adam Bechtold aus Königheim über. Ihm folgten Konrad Bechtold und im Jahre 1880 Franz Schnatz, der ein von Kennern sehr geschätztes Bier braute.

1931 wurde der Braubetrieb eingestellt. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. Das Gasthaus bestand noch bis 1958. Danach wurden die Gasträume in Ladengeschäfte umgebaut. Unter den Gebäuden sind noch weitläufige Kelleranlagen der ehemaligen Brauerei erhalten.

Zum ersten Keller führen 26 Treppenstufen und zum zweiten Keller darunter nochmals 15 Stufen. Als einziger äußerer Hinweis erinnert an die Brauerei noch ein Schlussstein an der mit Bruchsteinen gemauerten Scheune mit Segmentbogentor mit der Inschrift „Erbaut von Franz Schnatz 1885“. Darunter befindet sich noch ein Brauerstern.
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