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Miltenberg (Unterfranken)

Kalt-Loch-Bräu - 1580 bis 2010

Hauptstr. 201
63897 Miltenberg
Tel.: 09371 / 2283

Die Chronik der Stadt Miltenberg meldet vom "Kalten Loch", es sei ein Bierhaus, älter als alle andern, und so bekannt, weil seine tiefen Keller von jeher einen "Labetrank geborgen" hätten, der seiner Kühle wegen von allen Durstigen landauf, landab gepriesen worden sei. Ein Kellereingang in der Brauerei trägt die Jahreszahl 1580. Zumindest dieses Datum dürfte den Beginn der "Kaltloch-Brauerei" markieren. Andere Quellen nennen die Jahreszahl 1540, zu welcher Zeit im damaligen Haus Nr. 387 - identisch mit dem heutigen Standort der Brauerei - eine erste Bierbrauerei erwähnt wird.

Der erste nachweisbare Besitzer der Brauerei war ein Sebastian Birsch, der die Witwe Magdalena Schmid von Röllbach heiratete, die aber bereits 1606 verstarb. Sie hatten schon das "Brewhaus beim Pfarrhof" neben der Münzergasse im Besitz. Deren Sohn Sebastian Birsch, geboren 1606, starb 1654. Seine Witwe ehelichte den Leinenwarenkrämer Urban Schöffen, der in Miltenberg bereits ansehnlichen Besitz hatte. 1661 übergab Urban Schöffen seinem Stiefsohn Leonhard Birsch eine "Behausung ober dem Zollthor", sowie das "Brewhaus am Münzerbrunn". Leonhard Birschs Tochter Catharina heiratete 1682 Sebastian Englert aus Bürgstadt. Ein Friedrich Englert, Ratsherr und Bierbrauer, besaß einen Drittel-Anteil an dem Bräuhaus am Pfarrhof und "gemeiner Gassen". Vermutlich dessen Sohn Anton Englert ist 1729 Inhaber eines "Bräuwerk", das er von seinem Vater erhielt.

1774 übergeben Anton Englerts Erben, wahrscheinlich der Stiefsohn Mathes Hofmann, die Brauerei an Joseph Hock. Die Hocks waren über drei Generationen Besitzer der "Kaltloch-Brauerei". Joseph Hocks Witwe war in zweiter Ehe mit dem Bamberger Bierbrauer Michael Burkard verheiratet, dessen Bruder Paul 1804 in Amorbach die "Burkarthbräu" gründete.

Seit 1809 ist Valentin Hock Eigentümer der "Kaltloch- Brauerei". Er starb 1843. Nachfolger war sein 1810 geborener Sohn Michael Joseph, der drei Mal verheiratet war. Dieser wirtschaftete anscheinend nicht gut, denn das gesamte Anwesen sollte am 1. Oktober 1851 versteigert werden. Es kam zwar nicht dazu, aber es wurde von dem Kurator, dem Schreinermeister Wolpert, freihändig verkauft. In einer Bekanntmachung des Königlichen Landgerichts vom 8. 11. 1851 hieß es: "Der Bierbrauer Michael Hock von hier hat seine fahrende Habe, wie auch Immobilien, insbesondere einen großen Ofen, einen Waschkessel und eine Standuhr, welche wandfest war, zum Nachtheile seiner Gläubiger veräußert und ist mit dem Erlös nach Amerika flüchtig gegangen. Dies wird zur Wiedererlangung der vorerwähnten Gegenstände, deren dermalige Besitzer bisher nicht ermittelt werden konnten, veröffentlicht. Miltenberg, am 31. Oktober 1851. Königliches Landgericht, Zwanziger, Landrichter."

Erworben hat die Grundstücke vermutlich Martin Altmann. Ihm folgten kurz hintereinander als Besitzer Innozenz Goldschmitt und der Revierförster Matt. Unter diesen Besitzern dürfte der Betrieb teilweise auch verpachtet gewesen sein.

1869 erwarb ihn dann der Bierbrauer Valentin Scholz aus Schmachtenberg. Der starb aber bereits im September 1870. Seine Witwe verkaufte daraufhin die gesamten Liegenschaften, bestehend aus Wohnhaus, Bräuhaus, Stallungen, Holzhalle, Keller und Hofraum, sowie die Bierbraugerechtigkeit 1871 an den Bierbrauer Fridolin Busch für 4.350 Gulden. Busch stammte aus der Brauerei und Gastwirtschaft Bretze in Großheubach. Aus seiner zweiten Ehe kam die Tochter Margarete, die den Bierbrauer Alois Schohe aus Kleinostheim heiratete, dessen Familie seit 1700 dort ansässig war. Die Schohes sind ein altes Geschlecht, deren Stamm sich bis 1620 zurückverfolgen lässt ins Dörfchen St. Jakob am Arlberg.

Alois Schohe und Gretchen Busch heirateten 1898. In der Folge übernahm der älteste Sohn Friedrich die Brauerei, die er 1974 seinem Sohn Hermann übergab. Ab 1995 waren Axel Schohe, dessen Frau Elvira Schuckert und sein Bruder Markus Schohe im Besitz der Brauerei.

Der Erste wie der Zweite Weltkrieg brachten natürlich, wie bei allen anderen Brauereien, auch der Kaltloch-Brauerei bedeutende Einschnitte. Bekanntlich wurde bereits 1915 die Malzzuteilung gekürzt. Betrug das maßgebliche Malzkontingent 1913 801,25 dz., so verringerte es sich bis 1917 auf 240,45 dz. Die Gärkellerkapazität belief sich damals auf 18o hl, bestehend aus einem Bottich à 50 hl und sechs Bottichen à 22 hl. Im Lagerkeller hatte man in 32 Fässern ca. 700 hl Fassungsvermögen. Im Sudhaus lag die Ausschlagmenge bei 45 hl pro Sud. 1917 wurden 65 Sude hergestellt. Ein Dampfkessel von 10 atü sorgte für den Antrieb.

In den Kriegszeiten wurde vorübergehend auch Apfelwein hergestellt. Auch im Zweiten Weltkrieg konnte man zum Ende nur noch Dünnbier in einer ganz geringen Konzentration erzeugen.

Im März 2010 Schloss die Brauerei ihre Tore, die Markenrechte übernahm die Brauerei Eder aus Großostheim.
www.faust.de

 

 


 

Brauerei Frieß - 1796 bis 1917

63897 Miltenberg

Ein Schlussstein in den Gebäuden der ehemaligen Brauerei Frieß weist die Jahreszahl 1797 auf. Dies dürfte das Anfangsjahr der bis 1915 bestehenden Brauerei sein. Zu dieser Zeit war der Bierbrauer Jakob Madler der Besitzer. Er starb bereits 1817 im Alter von 35 Jahren. Seine Witwe Maria Anna heiratete 1818 den Philipp Schlachter, von dem ein Frieß - vermutlich der Vater von Friedrich Frieß - 1826 das Brauereianwesen erwarb. Friedrich erstand 1844 auch die Nachbaranwesen Haus Nr. 61 und 62. Haus Nr. 57 kaufte er schon 1843, um es bald wieder an den Bierbrauer Franz Kuhn weiter zu veräußern. Friedrich Frieß verstarb, nur 36-jährig, 1847. Friedrichs Frau Theresia, geb. Kuhn, verpachtete vermutlich die Brauerei an den Nachbarn Franz Kuhn, da ihre Kinder ja noch zu jung waren, um den Betrieb zu übernehmen. Sie heiratete Kuhn 1851. Aus zwei vorhandenen Originalrechnungen von 1859 und 1869 ist ersichtlich, dass Kuhn der Betriebsinhaber war.

Kuhn erbaute vor dem Würzburger Tor ein stattliches Haus und richtete darin eine Wirtschaft mit Kegelbahn ein. Auf dem weiten, schön gelegenen Grundstück entstand ein Biergarten, der sich großen Zuspruchs erfreute. Noch heute erinnert ein in Stein gemeißelter Brauerstern über dem Seiteneingang zur Ringstraße an die ursprüngliche Nutzung.

Kuhn starb 1871 im Alter von 47 Jahren kinderlos. Eine Nichte von ihm heiratete 1873 Georg, einen Sohn von Friedrich Frieß, der nach dem Tod von Kuhn die Brauerei und die Bewirtschaftung der Gaststätte sowie des Lokals vor dem Würzburger Tor übernahm. Im gleichen Jahr erhielt er erst das Bürgerrecht und das Recht zur Verehelichung. Sein Bruder Joseph (1846-1900), dem Georg vermutlich die Brauerei verkaufte, trat 1876 die Nachfolge an. Aus seiner Zeit liegen eine ganze Anzahl von aus heutiger Sicht recht originellen und aufschlussreichen Rechnungen vor. So stellte der Bezirkstierarzt Heinrich Interwies seine Bemühungen mit folgendem Wortlaut in Rechnung:

"Besuch für ein lahmes Pferd: 1 Mark
2 Ordinationen für ein Pferd mit Würmer: 1 Mark".

Der Kaminfegermeister Joseph Bechtold kassierte mit Rechnung vom 22.1.1896 "für Kaminreinigung aller Brauereikamine für das gesamte Jahr 1895" fünf Mark. Vermutlich waren es drei Kamine.

Auf der anderen Seite war es damals durchaus noch üblich für die Nutzung von Räumen als Vereinslokal Miete zu kassieren. So bekam der Bürgerverein für 1877 38,57 Mark und für 1882 sogar 51.43 Mark in Rechnung gestellt, der Bürgergesangverein für 1901 25,-- Mark.

Bei allem Konkurrenzdenken gab es unter den Miltenberger Brauereien aber auch ein gewisses Maß an Kooperationsbereitschaft. Davon zeugen noch vorhandene Originalrechnungen, z.B. von der Brauerei Keller für 1895 über Eislieferungen an Frieß. Der Zentner Eis kostete damals auch schon zwei Mark. Oder eine Rechnung von Schuirer & Kron, Brauerei Hopfengarten, der 1896 für gelieferte Kräusen 16 Pfennige pro Liter verlangte.

Joseph Frieß investierte in Betrieb und Wirtschaft erheblich. 1888 errichtete er einen repräsentativen Saalbau, der sich bald zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Miltenberg entwickelte. Der Bau eines neuen Brauhauses erfolgte um 1890. Pläne davon liegen im Gegensatz zu den anderen Baumaßnahmen leider nicht vor. 1898 baute er ein Kesselhaus. Dazu benötigte er eine kleine Fläche städtischen Bodens. Einen entsprechenden Antrag "an den wohllöblichen Stadtmagistrat" begründete er u.a.: "...um somit der in der Jetztzeit herrschenden Concurrenz Schritt halten zu können...". Der Stadtmagistrat genehmigte den Verkauf städtischen Bodens und den Bau des Kesselhauses mit der Maßgabe, dass die Auflage vom Saalbau (1888), sechs Fenster zu vergittern, endlich erfüllt wird. Der Kaufpreis für das städtische Grundstück betrug 750 Mark. Noch im gleichen Jahr schaffte Frieß eine Dampfmaschine und eine "Kaltluftmaschine an. 1899 erfolgte die Installation einer kompletten Eis- und Kühlmaschinenanlage (gebraucht) für 9.000 Mark, sowie eines Flächenkühlapparates.

Die Brauerei entwickelte sich recht gut. Um 1900 wurden immerhin 15 Wirtekunden in der näheren und weiteren Umgebung beliefert.

Joseph Frieß musste sich auch mancher üblen Verleumdung erwehren. So finden wir im "Miltenberger Anzeiger" vom 23.2.1885 folgende Anzeige:

"Gewissenlose Menschen haben seit einigen Wochen die niederträchtige Lüge verbreitet, ich wäre wegen Bierfälschung mit einer Strafe von 1.500 Mark belegt worden, der Herr Bezirksamtmann habe drei Faß Bier auslaufen lassen, weil in diesen Fässern sogen. Regenmohren gefunden worden seien. Ich kann eine solche Verdächtigung mir nicht gefallen lassen und werde gegen einen bereits ermittelten Ausstreuer dieser Lüge sofort gerichtliche Einschreitung auf Grund der §§ 187 und 188 des Str.-Ges.-B. veranlassen und sichere Jedem, der mir in gerichtlich fassbarer Weise noch andere Verbreiter dieses Gerüchts namhaft macht, eine Belohnung zu.

Miltenberg den 23. Februar 1885
Josef Frieß.

Georg Frieß, der Bruder von Josef, der ebenfalls Bierbrauer war, wanderte in die Schweiz aus und erwarb in Uznach im Kanton St. Gallen eine Brauerei. Vermutlich benötigte er hierzu dringend Geld und bedrängte seinen Bruder ihm doch umgehend seinen Erbteil auszuzahlen, was dieser offensichtlich mit einiger Verzögerung auch tat.

Josef starb 1900. Sein Sohn Friedrich führte die Geschäfte weiter. Er erbte die Brauerei. Seine zwei Brüder sollten mit je 50.000 Mark abgefunden werden. In dem kurz vor ihrem Tod im November 1906 verfassten notariellen Testament legte die Mutter die Mutter von Johann Friedrich u.a. noch folgendes fest:

"Sollte mein Sohn Franz zur Zeit meines Todes noch ledig sein, so soll der Erbteil meines Sohnes Franz, welcher zunächst ein Drittel gleich seinen Brüdern betragen wird, und welchen mein Sohn Friedrich an ihn herauszubezahlen hätte, in Form einer Realkaution auf dem Bierbrauereianwesen von meinem Sohn Friedrich sicher gestellt werden, bis sich entschieden hat, welche Ehe Franz eingegangen hat. Sollte Franz mit dem oben bezeichneten Mädchen alsdann sich verehelichen, so hätte er nur die Hälfte seines Erbteils, also nur den Pflichtteil von mir zu beanspruchen". Weiter heißt es: "Würde mein Sohn Franz jenes Mädchen nicht heiraten, so soll ihm sein volles Erbteil zukommen".

Gemeint war mit diesem Mädchen die Tochter einer benachbarten Gasthausbesitzerin. Vermutlich bewog diese Testamentsbestimmung Franz sich ein anderes Miltenberger Mädchen zur Ehefrau zu nehmen.

Erhebliche Außenstände plagten auch damals schon die Bierbrauer. Alleine die Forderungen aus Bierlieferungen beliefen sich bei Frieß auf 3.155 Mark. Auch schuldete z.B. der Bierbrauer Hugo Will aus Freudenberg dem Friedrich Frieß 1907 873 Mark, nebst fälligen Zinsen von 35 Mark. Zum 1. Juni 1907 kündigte er ihm dann seine Gesamtforderung.

1904 wurde die Brauereiwirtschaft vorübergehend verpachtet, bis Friedrich sie 1907 wieder selbst übernahm, nachdem er kurz zuvor Anna Theresia Franz aus Unterleinach geheiratet hatte.

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine einschneidende Zäsur. Friedrich musste einrücken. Als Folge davon wurde 1915 der Braubetrieb eingestellt. Mit der hiesigen Löwenbrauerei wurde ein mehrjähriger Lohnbrauvertrag abgeschlossen. Das kriegsbedingt reduzierte Braukontingent betrug 1917 nur noch 81,35 bzw. 69,73 Dz. Malz. Im letzten Friedensjahr lag es bei 232,45 Dz.
Nachdem Friedrich Frieß 1918 aus dem Krieg heimgekehrt war, hat er die Brauerei nicht mehr eröffnet. Die gut geführte Gaststätte erinnert aber heute noch an die ehemals stattliche Brauerei.

 

 


 

Brauerei Hopfengarten - 1796 bis 1917

63897 Miltenberg

Im Januar 1847 beschließt das Königliche Herrschaftsgericht die Genehmigung zur Ansässigmachung und Verehelichung des Albert Blatz, Sohn des Caspar Blatz. Seine Frau Margarethe war eine geborene Dosch vom Ebenheider Hof, die er im gleichen Jahr noch heiratete.Sein Vermögensteil wurde mit 2.000 Gulden angenommen, das seiner Frau mit 3.000 Gulden. Beider Leumund – so die Urkunde im Stadtarchiv – sei ungetrübt. Albert übernahm von seinem Bruder Valentin Brauhaus und übrige Liegenschaften. Valentin hatte sie von seiner Mutter, der Witwe des Carl Weckbacher, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet war, geerbt. Valentin wanderte 1847 nach Amerika aus und wurde bald Inhaber der Brauerei Blatz in Milwaukee, die sich später zu einer der größten und bekanntesten Brauereien dort entwickeln sollte. Gerade mal 175 hl Ausstoß hatte die Brauerei, als er sie von John Braun übernahm. 1864 waren es schon 61.000 hl und 1880 beinahe 150.000 hl.
Gegründet hat die Brauerei „Hopfengarten“ Caspar Blatz (1764-1835) im Jahre 1796. Eine Gastwirtschaft war zunächst nicht dabei. Sie wurde erst wesentlich später eingerichtet. Von seinem Schwiegervater aus erster Ehe, dem Seiler Mathäus Stadtmüller, erhielt er Haus Nr. 28 in der Ankergasse überschrieben. Caspar stammte von Neubrunn und sein Bruder Valentin erbte dort den nicht geringen Familienbesitz. Dieser ging dann in ein Kloster und wurde Mönch unter dem Klosternamen Albert. Caspar nannte daraufhin seine Söhne Valentin und Albert in der stillen Hoffnung, dass diese den reichen Onkel beerben könnten. Dieser aber vermachte sein Vermögen der Kirche. Das war wohl auch der Auswanderungsgrund für Valentin.
Albert behielt die Brauerei nicht sehr lange. 1853 veräußerte er sie an den Aschaffenburger Bierbrauer Christoph Müller und wanderte ebenfalls nach Amerika aus. Dieser Christoph Müller hatte seine liebe Mühe und Not, bis er endlich von der Stadt Miltenberg die Brauerei- und auch die Wirtschaftskonzession erhielt. In seinem Gesuch vom 2. Juni 1853 berichtete er, er habe mit Kaufbrief vom 7. Februar 1853 „…von der Margarethe Blatz (die Frau von Albert) das dahier in der Ankergasse gelegene Wohnhaus mit Brauhaus und Brauerei, ebenso Hofraith, Keller und Felsenkeller um die Summe von 5.600 fl käuflich übernommen“. Zur Begründung seines Gesuchs führte er u.a. aus:
1. Das fragliche Brau- und Schankrecht hafte in realer Eigenschaft auf dem Wohnhaus Nr. 28 und 28 a.
2. Sein väterliches Vermögen, das er eigenthümlich besitze, betrage 2.929 fl.
3. Habe er am 17. Mai die Meisterprobe mit der Note „vorzüglich“ bestanden.
4. Fügte er noch hinzu, dass er von dem oben genannten Kaufschilling bereits 2.000 fl bezahlt habe.
Abschließend wies er noch darauf hin: „…da ich auch schon Aussicht habe mich demnächst mit einer braven Person verehelichen zu können, wodurch meine Vermögensverhältnisse sich noch günstiger gestalten werden…“. Zu diesem Zeitpunkt bestand also schon die Gastwirtschaft "Zum Hopfengarten".
Mit Beschluss vom 19. Juni 1853 lehnten die Gemeindebevollmächtigten sein Gesuch ab, weil ihnen die Vermögensverhältnisse nicht ausreichend genug erschienen.
Diesen Vorbehalt ergänzten sie einige Tage später noch um die Einwände, dass das Vermögen seiner Braut unzureichend und er sehr jung sei, daher könne er die erforderlichen Geschäftskenntnisse noch nicht besitzen. Man bat noch das Königliche Amtsgericht um Stellungnahme, die folgendermaßen lautete: „Es wurde das vorbezeichnete Gesuch abgängig beschieden, nachdem der Bewerber in neuerer Zeit durch mannigfache polizeilich strafbare Exzesse seinen Leumund getrübt hat und zur Zeit noch nicht jene persönliche Garantie bietet, welche bei der bürgerlichen Selbstständigmachung vom Gesetze gefordert wird“. Die Stadt drohte ihm bei Nichtbeachtung dieser Entscheidung mit einer Strafe von zehn Reichsthalern „…für den ersten Fall“. Daraufhin nahm er die Hilfe des Königlichen Rechtsanwalts Deßloch in Amorbach in Anspruch, was ihm offensichtlich Erfolg brachte.
Um 1855 hat Christoph Müller eine neue Brauhalle mit Brennofen erstellt.1861 kaufte der aus Obernburg stammende Christoph Reichert das ehemalige Blatzsche Anwesen für 7.500 Gulden. Diesmal ging die Konzessionierung ohne Probleme über die Bühne. Allerdings wurde seine Bitte, in seinem Lokal auch Kaffee ausschenken zu dürfen, 1862 abschlägig beschieden, mit der Begründung, es liege kein Bedürfnis für eine zweite Kaffeeschenke vor. Er heiratete 1862 die Tochter des Miltenberger Hufschmiedemeisters Joseph Kolb. Sie wurde bereits 1864 Witwe, heiratete aber ein Jahr später nach Höchst im Odenwald. An wen sie den „Hopfengarten“ verkaufte, ist bisher nicht bekannt.
Vermutlich waren die Bierbrauer Johann Schuirer (1861-1912) und der aus Bürgstadt stammende Anton Kron (1865-1900) schon 1889 Besitzer des Anwesens. In diesem Jahr wurde eine Gartenwirtschaft mit Kegelbahn eingerichtet. Über größere Investitionen im Brauereibereich gibt es keine Unterlagen. Es liegen nur Pläne vor über die Errichtung eines neuen, begehbaren Brauereikamins im Jahre 1904, welchen der Maurermeister Anton Zeller erbaute. In diesem Jahr war als Antriebsquelle noch ein Göpelwerk in Betrieb.
1900 verunglückte Anton Kron tödlich mit dem Pferdefuhrwerk auf der Straße von Rüdenau nach Miltenberg. 1915 ereignete sich in der Brauerei ein tragischer Unfall, von welchem der "Bote vom Untermain" unter dem 1. Februar wie folgt berichtete:
"Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich heute Vormittag. Der Bierkutscher der Brauerei Hopfengarten Joseph Lebküchner von hier war gerade im Begriff ein Aushilfspferd einzuspannen, als dieses ausschlug und Lebküchner so unglücklich auf die Brust traf, dass er während des Transportes ins Krankenhaus starb".
Johann Schuirer verstarb 1912. Nach seinem Tod betrieb vermutlich die Witwe Brauerei und Wirtschaft weiter, bis sie 1917 von der Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Die Kapazität betrug zu diesem Zeitpunkt im Gärkeller 100 hl und im Lagerkeller 500 hl. Das Braukontingent lag noch bei 78,16, bzw. 66,99 dz Malz.
Wer heute in das gut geführte Flair-Hotel „Hopfengarten“ einkehrt, ahnt kaum, dass hier auch 120 Jahre lang ein vorzügliches Bier gebraut wurde.
www.faust.de

 


 

Brauerei Keller - 1853 bis 1915

63897 Miltenberg

1788 erbaute der Metzger und Häcker Andreas Blöchinger (1731- 1803) das „neue Eckhaus, welches links beim Eingang in die Ziegelgasse steht”. Er verwendete hierzu das Holz- und Balkenwerk der Türmerwohnung auf dem Bergfried des alten Schlosses, die man ein Jahr zuvor abgebrochen hatte und deren Eichenbalken bei diesem Neubau wieder Verwendung fanden.
Auch dessen Sohn Franz Jakob (1763-1827) betrieb dort weiterhin die Metzgerei. Nach dessen Tod heiratete seine Witwe den Metzger Martin Moerschell. 1846 übernahm wieder ein Jakob Blöchinger das Anwesen für 3975 Gulden, bis es 1853 der Bierbrauer Franz Mann aus Dettelbach für 7200 Gulden erwarb, um dort eine Brauerei einzurichten.
1881 kaufte dann Wilhelm Keller, der Sohn des Drehers Georg Keller in Miltenberg, Haus und Einrichtung und führte die Brauerei weiter. Das Bier wurde noch viele Jahre im heutigen Mannskeller, den Franz Mann inzwischen am Mainzer Tor errichtet hatte, gelagert. In den neunziger Jahren erweiterte Wilhelm Keller den Brauereibetrieb und richtete ihn neuzeitlich ein. In diesen Jahren baute er sich das ehemalige Gasthaus „zur Güterhalle“ (heute Mainzerstuben) mit Eis- und Bierlager, das bis 1918 im Besitz der Familie Keller blieb.
Rückschläge und schwierige Zeiten musste auch Wilhelm Keller verkraften. So richtete u. a. ein Brand in der „Malzdörre” einiges Unheil an. Zum Glück konnte er rasch gelöscht werden, so dass der Schaden sich in Grenzen hielt. Keller bedankte sich mit einer Zeitungsannonce am 22. 07. 1904 bei seinen Nachbarn und der Feuerwehr für die schnelle und wirkungsvolle Hilfe bei den Löscharbeiten.
Schon 1913 starb Wilhelm Keller. Der Krieg kam, seine Witwe Berta Keller hielt den Braubetrieb noch aufrecht bis 1915. Als jedoch die Kupfer- und Messingteile der Maschinen und sonstige Einrichtungen eingezogen wurden, war es mit der Herstellung des edlen Gerstensaftes vorbei. Die Löwenbrauerei lieferte noch einige Zeit im Lohnbrauverfahren den Bedarf für die stillgelegte Brauerei.
1918 wurde das ehemalige Brauhaus zu Pferdestall und Garage umgebaut. 1932 erfolgte dann der große Umbau, der dem Haus das heutige Gesicht gab.
www.brauereien.faust.de

 

 


 

Müllersche Brauerei - 1811 bis 1957

Viele der älteren Miltenberger werden sich noch an den Gasthof "Schwarzer Adler", direkt neben dem "Riesen" gelegen, erinnern. Heute steht an der Stelle dreier Fachwerkhäuser die Geschäftsstelle der Hypobank. In zwei dieser drei Gebäude befand sich die "Müller‘sche Brauerei".
Gegründet wurde sie um 1811/12 von Jakob Krug, einem Mitglied der bekannten Brauerfamilie Krug, dessen Vater schon 1768, nach seinem Umzug von Eiersheim nach Miltenberg, im heutigen Haus Englert eine Brauerei eingerichtet hatte. Er errichtete dort also die zweite Krug‘sche Brauerei. Von den drei Häusern, die Krug erwarb, stammte das Giebelhaus in der Ziegelgasse noch aus dem 15. Jahrhundert. Das dritte Gebäude – neben dem heutigen Kino – war das Geburtshaus des Dr. Jakob Nöthig, der als Hauptanführer der demokratischen Bewegung von 1848 zusammen mit August Krug nach Amerika flüchtete.
Nach dem frühen Tod von Jakob Krug heiratete seine Witwe einen Bierbrauer namens Kohler. Am 23.11.1832 erhielt Kohler von der Stadt vier Ruthen Land gegen einen Grundzins von zwei Gulden zur Erweiterung seines Wirtschaftsgartens am Main, auf welchem er ein Wirtschaftsgebäude erstellte.
Dieser Georg Kohler war offensichlich ein prinzipientreuer, aber auch streitbarer Mann, welcher dem Gesangverein „Liedertafel“ sein Vereinslokal kündigte, weil der Vorstand des Vereins die Qualität seines Bieres kritisiert hatte. Er schrieb:
„Herrn Schätzler Vorstand der Liedertafel.
Da Ihrer gestrigen Äußerung zufolge Ihnen mein Bier Anlaß zur Unzufriedenheit gab, so ergreife ich mit Vergnügen die Gelegenheit, Ihnen mein Lokal zu kündigen in der Voraussetzung, dass Sie mich für den seitherigen Pacht nach Absprache entschädigen werden.

Miltenberg am 31.3.1849 Georg Kohler, Bierbrauer.”

Die Tochter von Kohler vermählte sich mit dem Bierbrauer Müller. Nach der Chronik von Schirmer betrieb auch Müller seit 1859 den Biergarten.
In den Jahren 1883 bis 1885 wird ein Georg Miltenberger als Besitzer der „Müller‘schen Brauerei” genannt. Wahrscheinlicher ist, dass er vorübergehend als Pächter tätig war, denn in der Folgezeit werden wieder August und Joseph Müller als Inhaber bezeichnet. Joseph starb im Juni 1903.
Bier wurde nicht nur für die eigene Brauereiwirtschaft hergestellt, sondern auch an andere Gaststätten verkauft. Für die Belieferung sorgten zwei kräftige Brauereipferde. Doch der Konkurrenzkampf unter den damals existierenden Miltenberger Brauereien war schon recht groß, so dass die Entwicklung der „Müller‘schen Brauerei” sich in bescheidenen Grenzen hielt.

Offensichtlich gab es zu Beginn unseres Jahrhunderts sogar große Schwierigkeiten, denn im November 1907 drohte dem August Müller eine Zwangsversteigerung, die aber abgewendet werden konnte. Im April 1909 war es dann doch soweit. Die Zwangsversteigerung wegen „Substahation” war nicht mehr zu verhindern. Der Schiffereibesitzer und Getreidehändler August Brand aus Miltenberg ersteigerte Brauerei und Gastwirtschaft für 62000 Mark. Aber bereits im März 1910 verkaufte er die Liegenschaften an den aus Suhl in Thüringen stammenden Braumeister Johann Leonhard Hoffmann zum Preis 78000 Mark. Jedoch auch Hoffmann konnte sich nicht lange halten. Am 20. 5. 1915 kam es zur erneuten Zwangsversteigerung. Diesmal erwarb sie der Hauptgläubiger, die Spar- und Waisenkasse Hardheim, zur Deckung der eigenen Forderungen. Brauerei und Mälzerei wurden stillgelegt. Der Brauereibesitzer Gottfried Faust kaufte am 2.10 1917 die Anwesen von der Bank für 43000 Mark.
Weit und breit bekannt war die an der Mainstraße gelegene Sommerwirtschaft "Müller‘s Gärtchen", die auch eine Kegelbahn besaß. Schon Bierbrauer Kohler hatte Mitte des 19. Jahrhunderts an der Mainstraße einen Biergarten eingerichtet, der sehr guten Zuspruch fand. Müller baute ihn weiter aus. Erst 1926 verkaufte Gottfried Faust dieses Areal an den Bürgstädter Ofensetzer Leibfried.
Die Brauereiwirtschaft "Schwarzer Adler" mit ihren schönen bleiverglasten Fenstern in der Kegelbahn schloss 1957 endgültig ihre Pforten. Als einzige sichtbare Erinnerung ist heute noch der eindrucksvolle schmiedeeiserne Ausleger zu bewundern, der jetzt die Fassade des Hotels "Bannhaus" in Miltenberg ziert.
http://www.brauereien.faust.de

 

Die Müller'sche Brauerei mit dem Gasthaus "Zum Schwarzen Adler"um das Jahr 1935. Im Vordergrund sieht man den damals gebräuchlichen Bierwagen mit dem traditionellen Brauereipferd.

 


 

Brauerei des Franziskanerklosters - 1885 bis 1885

63897 Miltenberg

Im Spätmittelalter spielte das Brauwesen in Miltenberg eine völlig untergeordnete Rolle. Der Wein war dominierend. Das belegen alleine schon zwei Zahlen. 1619 gab es im Städtchen 113 hauptamtliche Winzer, auch Häcker genannt. Aber ob es zu damaliger Zeit mehr als einen oder zwei Brauer gab, ist zu bezweifeln. Das änderte sich aus verschiedenen Gründen im Laufe der folgenden Jahrhunderte. 1770 gab es vier und um 1900 waren es immerhin sechs gewerbliche Brauereien. 1885 waren es sogar noch sieben. Diese siebte Brauerei, die des Franziskanerklosters, soll wegen ihrer besonderen Stellung hier Erwähnung finden, wenn sie auch in diesem Jahre ihre Pforten schließen musste und damit von der Linie, nur Brauereien zu erfassen, die um 1900 noch existierten, abgewichen wird, so lohnt es sich doch diese einzige Klosterbrauerei in unserer Region wegen ihrer Besonderheiten zu erfassen.
Das 1687 errichtete Franziskanerkloster erhielt 1735 einen Anbau, in welchem eine Brauerei mit Mälzerei eingerichtet wurde. Wann diese genau begann zu produzieren, ist bisher nicht bekannt, ebenso wenig wie lange sie braute. Jedenfalls erfolgte eine längere Unterbrechung.
Auf dem Ordenskapitel der bayerischen Franziskanerprovinz vom 22.7.1849 wurde beschlossen im Miltenberger Kloster die Brauerei wieder zu betreiben. Im gleichen Jahr genehmigte das Königliche Landgericht in Miltenberg die Wiedereinrichtung derselben. Der damalige Guardian Pater Melanius Poesl begann sofort damit. Die Kosten der Brauereiinstallation beliefen sich auf 2.027 Gulden, wovon die Provinz 1.000 Gulden beisteuerte. Den Rest musste das Kloster selbst aufbringen. Bereits am 3. Dezember 1849 erfolgte der erste Bierausschank. Nach der Überlieferung soll es sich um ein besonders gutes Gebräu gehandelt haben.
Um einen guten Bierlagerkeller zur Verfügung zu haben, wurde über den Polizeidiener Schmid ein Felsenkeller gekauft. 1867 konnte das Haus Nr. 413 des Pflasterers Adam Lutz, im Schwarzviertel der Stadt gelegen, nebst Keller und Hinterbau für 850 Gulden erworben werden. Der hinter dem Haus gelegene Keller war 1866 mit einer Länge von 21 Fuß (ca. 7 m) angelegt worden. Der Maurermeister Scholmer verlängerte ihn kurze Zeit später nochmals um 17 Fuß auf eine endgültige Länge von 38 Fuß. Die Originalrechnung für diese Arbeit liegt noch vor.
1877 mauerte man ein Bassin für Brauwasser und es wurde eine offene Leitung vom Hausbrunnen dorthin verlegt. Im gleichen Jahr kaufte man von einer Darmstädter Firma für 770 Mark eine Malzbrechmaschine . Um sie an Ort und Stelle zu bringen, musste ein Schwelkboden der Mälzerei abmontiert und ein Bruchsteingewölbe zum Teil abgebrochen werden. Gleichzeitig wurde dabei eine Öffnung geschaffen, um das Grünmalz hinaufschaufeln zu können, das bis dahin über eine enge Treppe auf die Darre getragen wurde. 1878 war eine Erweiterung der Darre notwendig geworden.
Am 16. Januar 1878 brach abends um 5 Uhr im Sudkamin der Brauerei ein Feuer aus, das einen weiteren Kamin in Mitleidenschaft zog, so dass beide Kamine abgetragen und neu aufgeführt werden mussten. Der Maurer Reichert und der Zimmermann Neuner behoben den nicht unerheblichen Schaden. 1882 erfolgte die Anschaffung eines neuen Braukessels in Kupfer, der von dem Großheubacher Kupferschmied Adrian geliefert wurde. Die Kosten beliefen sich bei Rücknahme des alten Kessels auf 509,68 Mark. Die Zahlung erfolgte in zwei Raten. Die Gebrüder Franz und Mathias (Mathes) Keller nahmen die Einmauerung vor.
Im November des gleichen Jahres sorgte ein starkes Hochwasser für Probleme. Das Brauhaus und die Keller wurden davon in Mitleidenschaft gezogen und standen zwei Wochen lang unter Wasser.
1885 beschloss das Kapitel der Franziskaner strengere Regeln und im Zuge der damit folgenden Änderungen wurden sämtliche Klosterbrauereien geschlossen, bis auf jene auf dem Kreuzberg in der Rhön. Das bedeutete das Ende der gut geführten Klosterbrauerei in Miltenberg. Dieser Schritt sorgte in der Öffentlichkeit für erheblichen Wirbel. In einem Artikel vom 11. September 1885 schreibt der „Miltenberger Anzeiger“:
„Die Aufhebung der Braupfannen in den Franziskanerklöstern macht in ganz Bayern mächtiges Aufsehen. Die klerikalen Blätter verweisen auf die vielen Unterstützungen, welche die Armen in den Klöstern fanden, und die nicht mehr gewährt werden können, wenn die Quelle des Wohlstandes für die Klöster versiegt, als welche man jetzt ungescheut die Brauereien derselben bezeichnet. Andere fragen, woher die vielen Kranken, denen Klosterbier als Arznei verordnet wurde, künftig ihren Labetrunk beziehen sollen. Heute nimmt sich sogar das liberalste Blatt Münchens der ehrwürdigen Patres und ihres gemüthlich düsteren Bräustübchens an, was auf die Ordensleitung keinen anderen als den beabsichtigten Eindruck machen wird. Die frommen Klosterherren werden übrigens schwerlich dürsten, auch wenn die eigenen Pfannen nicht mehr dampfen, und den Armen könnte reichlich geholfen werden, wenn nur ein mäßiger Theil der Spenden ihnen zugute käme, die in die Klöster wandern.“
Ein zweiter Artikel zu diesem Thema erschien in der gleichen Zeitung am 22. September 1885, der wegen seiner interessanten Details auch ungekürzt wiedergegeben werden soll.
„In Sachen der vielbesprochenen Klosterbrauereien der bayerischen Franziskanerprovinz wird der „Deutschen Reichszeitung“ authentisch mitgeteilt, dass die Aufhebung der Brauereien, mit Ausnahme in dem kleinen Klösterchen Kreuzberg bei Kissingen, für alle bayerischen Franziskanerklöster eine vollendete Thatsache ist. Dieser Tage kam nämlich vom Provinzial an die einzelnen Klöster ein Erlass, wornach vom 1. November ab alle Braustätten und Bierschänken der Klöster aufzuheben und die Brauerei-Einrichtungen, sowie die außerhalb der Klausur befindlichen Bierkeller bei günstiger Gelegenheit zu veräußern seien. Ebenso darf auch in fremden Brauereien kein Bier für ein Kloster eingesotten werden; auch ist der tägliche Zutritt von Gästen strengstens untersagt, ohne dass deshalb aber die Gastfreundschaft gegen Geistliche, so wie gegen Wohlthäter und distinguierter Persönlichkeiten ausgeschlossen sei. Jedoch darf für die Bewirtung keine Bezahlung, nicht einmal in Form eines Almosens angenommen werden; nur im Falle von Übernachten darf ein Almosen angenommen werden. Das Circular des Provincials constatirt mit Dank und Anerkennung, dass sich in keinem Kloster eine Renitenz gegen den Beschluß des Ordenskapitels gezeigt und alle Patres und Fratres bereitwilligsten Gehorsam bekundet haben“.
Aufgrund dieses Beschlusses verpachtete das Miltenberger Kloster den im Schwarzviertel gelegenen Keller zunächst für 70 Mark jährlich, um ihn 1902 an den Bierbrauer Alois Schohe für 2.400 Mark zu verkaufen, der ihn wiederum 1934 auf dem Tauschweg an die unmittelbar angrenzende Löwenbrauerei abtrat.
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