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Nürnberg (Mittelfranken)

Städtisches Weizenbräuhaus - 1672 bis 1806

Waizenstraße 3 (heute Karl-Grillenberger-Straße)
90402 Nürnberg

Der Rat der Stadt braute bereits seit 1643 in eigener Regie Weizenbier. Zunächst im Heilig-Geist-Spital und ab 1672 im eigens errichteten Weizenbrauhaus in der Waizenstraße 3 (heute Karl-Grillenberger-Straße). Nach dem Übergang Nürnbergs an Bayern (1806) fiel das Brauhaus an den Staat und wurde als "Königliches Bräuhaus" weitergeführt. Die bayerische Obrigkeit interessierte sich aber nicht sonderlich für Eigenbetriebe, Versuche die Brauerei zu verpachten oder zu verkaufen scheiterten. Biermangel schien in der Stadt nicht zu herrschen. Es existierten 1806 in der Nürnberger Altstadt weitere 33, überwiegend kleinere Brauereien, die meist in beengten Verhältnissen produzierten. Nachdem der Absatz für Weizenbier, für dass das "königlichen Bräuhaus" ein Monopol besaß, ab 1830 rückläufig war, erfolgte 1848 die Umstellung auf Braunbierproduktion. Ein Verlust in Höhe von 1.200 Gulden im Jahr 1847 gab wahrscheinlich den Ausschlag. Die Staatsregierung kaufte kurzerhand die Brauerei Wagner (Untere Talgasse 18) und übertrug die Braugerechtigkeit auf das Weizenbräuhaus. Ab dieser Zeit konzentrierte man sich auch vermehrt auf den Bierversand.

Quelle: http://www.nuernberginfos.de

 


 

Freiherrlich von Tucherísche Brauerei - 1855-1898


90402 Nürnberg

Das Königreich Bayern verkaufte 1855 das Königliche Bräuhaus an die Dr.-Lorenz-Tucher-Stiftung. Die Tucher benannten das Bräuhaus in „Freiherrlich von Tucher'sche Brauerei“ um und prägten das Markenzeichen fortan durch den Mohrenkopf, den sie als Zeichen guter Handelsbeziehungen zum Mohrenland in ihr Familienwappen aufgenommen hatte. Er ist noch heute das Markenzeichen des Unternehmens.

Die Brauerei wurde, über die Grenzen von Nürnberg hinaus, zu einer der größten Exportbrauereien. 1855, nach der Umstellung auf Dampfbetrieb, begann ein rascher Aufschwung, der sich bald auch durch den Export in außerbayerische Gebiete zeigt. Im Jahr 1875 gingen bereits rund zwei Drittel des Bierabsatzes in alle Welt.
Quelle: wikipedia

 

 

 

Brauerei Zeltner - 1836 bis 1943

Ostendstrasse 27
90402 Nürnberg

Die Eltern des Brauereigründers Johann Georg Zeltner waren Bauern und Hopfenhändler aus Eschenbach in Mittelfranken. Johann Zeltner hatte begonnen, seinen Hopfen selbst zu vertreiben. Ein interessanter Absatzmarkt war damals die aufstrebende Großstadt Nürnberg. Johann Georg Zeltner übersiedelte nach Nürnberg. Zusammen mit seinem älteren Bruder Johannes führte er dort die Handels­geschäfte seines Vaters fort.

Gründung der Brauerei Zeltner

Die Anfänge der Brauerei gehen auf das Jahr 1836 zurück, als die Brüder Johann und Georg Zeltner die Keppendörfer’sche Brauerei in der Schlotfegergasse im Südwesten der Altstadt erwarben. Die Brauerei Joh.Gg.Zeltner nahm Ihren Betrieb auf und war bereits von Anfang an so erfolgreich, dass kurz darauf zusätzliche Lagerkeller am Nürnberger Burgberg angemietet wurden. In den folgenden dreißig Jahren wuchs die Brauerei Joh.Gg.Zeltner durch den Einsatz neuer Brauverfahren und den Einsatz einer Dampfmaschine zur viertgrößten der damalig 29 Nürnberger Brauereien an.

Die Innenstadt war zu eng

Johann Georg Zeltners Sohn Heinrich Zeltner übernahm in den 1890er Jahren die Leitung der Brauerei. Auf einem großen Grundstück vor den Toren der Altstadt errichtete er eine Villa und begann daraufhin mit den Planungen für eine große Braustätte. Joh.Gg.Zeltner besaß zu diesem Zeitpunkt 40 eigene Gaststätten und baute in den 20er und 30er Jahren zahlreiche neue hinzu. 1925 war Joh.Gg.Zeltner eine von fünf verbleibenden Nürnberger Brauereien und die letzte in Familienbesitz.
Unter der Enkelgeneration von Johann Georg Zeltner wurde 1910 das «Herz der Brauerei«, das Sudhaus samt Kontoranbau, errichtet und schließlich die alte Braustätte in der Schlotfegergasse stillgelegt.

Nach dem Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg beendete schließlich den Höhenflug von Joh.Gg.Zeltner. Am 11. August 1943 zerstörte ein britischer Fliegerangriff das Brauhaus. Auch Heinrich Zeltner Jr. kam in dieser Nacht um.

Kurt Zeltner kehrte nach dem Krieg aus der Gefangenschaft zurück und übernahm die Leitung des Unternehmens Joh.Gg.Zeltner. Durch seinen frühen Tod scheiterte der Wiederaufbau der Brauerei. Das Grundstück am Wöhrder See wurde daraufhin für ein Wohnprojekt (Norikus) freigegeben. Joh.Gg.Zeltner findet seinen neuen Standort in der Emmericher Straße.

Bis 1973 wurde Zeltner-Bier bei Tucher dank eines «echten« Lohnsudvertrages gebraut: Rezeptur, Hopfen und Malz besorgte Auftraggeber Zeltner. Das Verfahren wurde aus finanziellen Gründen eingestellt, seither braut Tucher mit eigenen Rohstoffen ein helles Zeltner-Bier nach der alten Rezeptur.

 

Bild aus "Bier in Nürnberg-Fürth" Christian Koch, Hans-Christian Täubrich

 

Freiherrlich von Tuchersche Brauerei AG 1898-1966

Lange Gasse 20
90429 Nürnberg

Bereits 1875 gingen etwa zwei Drittel der Tucher Biere in alle Welt. Die Freiherrlich von Tucher´sche Brauerei ließ sich den Mohrenkopf, seit dem 13. Jahrhundert Bestandteil des Familienwappens, als Schutzmarke eintragen.

Um 1890 errichteten die Tucher ein neues Brauereigebäude auf dem Tucherschen Gartenanwesen in der Langen Gasse 20 und wandelten die Firma 1898 in die Freiherrlich von Tucher’sche Brauerei AG um.

1906 folgte die Fusion mit der Nürnberger Aktienbrauerei (vormals Heinrich Henninger) in der Bayreuther Straße.

Das Gebäude des Städtischen Weizenbräuhauses wurde 1913 an die Stadt Nürnberg verkauft, die es bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Verwaltungsgebäude nutzte.

 

 


 

Brauhaus Nürnberg J.G. Reif AG - 1931 bis 1966

Pulverweg 16
90402Nürnberg

 

 

 

 

 

Brau AG - 1966 bis 1985

Schillerplatz
90402Nürnberg

1966 fusionierte die Freiherrlich von Tucher’sche Brauerei AG mit dem Brauhaus Nürnberg J.G. Reif AG zur Brau AG und verlegte die Braustätte komplett in die Gebäude der ehemaligen Brauhaus Nürnberg am Schillerplatz. Die Aktienmehrheit hatte die Gruppe Henninger-Reemtsma.

 

 


 

Lederer Bräu - 1468 bis 1972

Sielstraße 12
90429 Nürnberg

Die Lederer Bräu mit dem offiziellen Namen Lederer Bräu GmbH in Nürnberg, ist eine der ältesten Brauereien Deutschlands und eines der ältesten Unternehmen in Nürnberg. Sie gehört heute zur Tucher Bräu und damit zur Radeberger Gruppe in der Oetker Gruppe, dem mittlerweile größten Bierhersteller Deutschlands.

Geschichte
Der Ursprung der Lederer Bräu wird auf das „Herrenbrauhaus“ bei der Almosmühle zurückgeführt, das der von den Patriziern gestellte Rat der Stadt 1471 in der Waizenstraße - heute Karl-Grillenberger-Straße 1 - errichten ließ. Bereits 1481 brannte das Gebäude ab. Nach dem Wiederaufbau brannte es 1506 zum zweiten Mal ab, woraufhin der Rat das Bierbrauen bis 1643 (s. Tucher Bräu) zunächst einstellte.
Wann das Gebäude wieder errichtet wurde ist unklar, aber 1581 verkauft der Rat die Brauerei an den Nürnberger Brauer Conrad Wurm, der wohl den Brauereibetrieb fortführte oder wieder aufnahm.

Lederer Bräu
Christian Lederer kaufte die Brauerei 1814 und begründete damit das Familienunternehmen. Der aus Thalmässing stammende gelernte Brauer, war Wirt des Gasthauses "Goldenes Lamm" in Wöhrd.
Am 11. Juli 1836 schrieb Christian Lederer Eisenbahngeschichte. Das erste Eisenbahnfrachtgut Deutschland wurde vom legendären Adler der Bayerischen Ludwigsbahn, in Form von zwei Fässchen Lederer Bier, zu einem Preis von je sechs Kreuzern, von Nürnberg nach Fürth transportiert. Nach heutigen Maßstäben war das eine gelungene „Promotion Tour“, sowohl für Lederer, als auch für die Bahn.
Als erster Nürnberger Brauer führte Lederer 1850/51 die Dampfmaschine ein. Um 1881 wurde eine, bereits seit 1575 existierende, Braustätte in der Bärenschanzstraße 48 übernommen. Der Brauereibetrieb wurde 1890 komplett in den dort errichteten Neubau verlegt.

Lederer in der Patrizier Bräu AG
Im Jahr 1972 wurde die Lederer Bräu AG vom Schickedanz-Konzern (Quelle) übernommen und mit sechs weiteren Traditionsbrauereien zur Patrizier Bräu AG fusioniert, benannt nach einem hellen Vollbier der Lederer-Bräu. Erst ab 1980, als der Trend zur Traditionsbrauerei aufkam, ließ die Konzernleitung die Marke neu aufleben, und es wurde wieder Lederer Bier gebraut.

Lederer Bräu GmbH
Der Münchner Brauunternehmer Dr. Hans Inselkammer erwarb 1994 die überwiegenden Aktienanteile der Patrizier Bräu AG, fusionierte mit der Tucher Bräu AG und wandelte das Unternehmen wieder in eine "Privatbrauerei" um.

Die Biere werden seitdem in Fürth, Schwabacher Straße (vormals Humbser Brauerei) produziert, während auf dem Gelände Sielstraße nach 1994 in den Resten der alten Brauereigebäude eine Gasthausbrauerei mit dem Namen „Lederer-Kulturbrauerei“ eingerichtet wurde.
http://de.wikipedia.org

 

 

   
Brauereifusionen in Nürnberg ===>



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Patrizier Bräu - 1972 bis 1994

Die Patrizier AG wurde am 23. Februar 1972 gegründet und entwickelte sich durch die Zusammenlegung verschiedener bestehender Brauereien in ganz Nordbayern zu einem fränkischen Brauereiriesen. Den Zusammenschluss unternahm die Schickedanz-Gruppe gemeinsam mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Nach nur 22 Jahren (1994) wurde die Marke wieder vom Markt genommen. Inzwischen wird die Marke Patrizier durch die Brauerei Tucher wieder geführt.

Fürther Brauereien in der Patrizier

In der Patrizier Bräu gingen ab Gründung die Brauerei Humbser-Geismann und die Brauerei Grüner auf, in letztere war die Schickedanz-Gruppe erst 1969 mit 25 % eingestiegen. Bis 1974 produzierte die Patrizier Bräu AG weiterhin Biere unter den aufgekauften Namen, ab 1974 wurden die ersten Produkte unter den Namen "Patrizier" auf den Markt gebracht. So gab es ab 1974 die Marken: Patrizier Pils, Patrizier Edelweizen, Patrizier Bock und Patrizier Poculator. 1975 erlangte die Patrizier Bräu AG die Mehrheitsbeteiligung an der nächsten Fürther Traditionsbrauerei: der Bergbräu. Die Bergbräu behielt noch ihren Braustandort bis 1979. Am 30. September 1979 wurde der letzte Sud gekocht. Anschließend wurde die Brauerei geschlossen und die Marke vom Markt genommen.

Ab 1989 werden von der Patrizier Bräu AG alle kleinen Standorte geschlossen, lediglich die ehem. Humbser Brauerei in der Südstadt und die Brauerei in Zirndorf werden weiterhin als Braustätte genutzt. Der Ausstoß beträgt zu dieser Zeit etwa 800.000 Hektoliter Bier.

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